Das Erlebnis der faszinierenden Unterwasserwelt Indonesiens findet hier seinen Niederschlag in Skulpturen, die Günther Götte „Elemente" nennt und die zum Teil menschliche Gestalten sind. Er versieht sie mit gleichen Oberflächen, die er bei den Korallen kennen lernte.


„Es ist ein Projekt, an dem ich mehrere Jahre gearbeitet habe und das jetzt abgeschlossen ist. Ich nenne es das Suiseki-Projekt. Die Idee entstand auf einer Reise durch Sulawesi, dem früheren Celebes. Dort habe ich auch einige Zeit auf den Togian-Islands verbracht. Diese Inseln sind berühmt für ihre schönen Riffs und ihre Korallenvielfalt. Atemberaubend sind die  Farben und Strukturen der Unterwasserwelt und ihrer Bewohner.

Die Erlebnisse beim Tauchen und beim Schnorcheln haben mich tief beeindruckt und eine völlig neue Welt erfahren lassen. Ich habe dabei die Zeit vergessen und spüren können, wie meine Energie durch den Körper floss - ein sehr beglückendes Gefühl, ganz so, wie es bei tiefer Meditation entsteht.

Leider habe ich auch miterleben müssen, wie sorglos Touristen und Einheimische mit diesen Kostbarkeiten umgehen. Aus Bequemlichkeit werfen sie die Anker ihrer Boote einfach in das Riff, zerstören beim Hochziehen des Ankers grosse Teile der Korallen und sind sich des Schadens, den sie anrichten, nicht einmal bewusst. Daher ist mein Suiseki-Projekt nicht nur als Hinweis auf die Schönheit der Unterwasserwelt gedacht, sondern auch als Aufruf, diese Welt zu schützen.



SUISEKI ist ein japanisches Wort und bedeutet SUI = Wasser und SEKI = Stein. Es ist die Bezeichnung für Gesteinsobjekte, die durch die Natur geformt wurden, also unter dem Einfluss von Erosion durch Wind, Wasser, Sand, usw. entstanden sind. Mit der Präsentation solcher Objekte hat sich eine Kunstform entwickelt, die Suisekikunst.

Ich habe die Bezeichnung Suiseki gewählt, weil ich meine ersten (die vier flächigen) Korallen um ein Gesteinsobjekt (eine Felsengruppe, die durch das Meer geformt wurde) gruppiert habe. Über das Suiseki-Projekt wurde ein Film im 3. Bayernprogramm, in Sat1 und RTL ausgestrahlt.


Material & Technik: Alle Objekt sind hohl und dünnwandig aus Schwandorfer Steinzeugton aufgebaut. Bei der Skulptur „Kanawa" war ein inneres Skelett notwendig, schon um der Statik willen, so dass die Haut sehr dünn gebaut werden konnte. Da kein grosser Ofen zur Verfügung stand, wurde die Form vor dem Brennen in Stücke zerlegt und Schäfte angebaut, um die Einzelteile wieder zusammensetzen zu können. Beim Glasurbrand wurde eine Rauchreduktion durchgeführt, und so ergaben sich an den Enden der Skulptur zarte Rotfärbungen. Gebrannt wurde bei 1220°C.